Piranhas und Caipirinhas
– amazonische Reflexionen
Warum habe ich diese Reise überhaupt gemacht, - noch dazu in meinem Alter? Bin ich etwa ein vom Jugendwahn besessener Natur-Freak? Oder ein Zivilisationsflüchtling, der sich aus purer Langeweile ins Abenteuer stürzt?
Weder noch. Was mich schon seit Jahren beschäftigt und worauf ich bisher keine Antwort gefunden habe, ist die Frage, wie wohl das komplementäre Gegenstück zur Wüste aussehen würde? Ich meine den Urwald als totalen Gegenentwurf zur Stille und Weite der Wüste. Seit meinen zwei Saharadurchquerungen Mitte der achtziger und Anfang der neunziger Jahre hat mich die Wüste in ihren Bann geschlagen.
Mehr noch: Die Wüste hat meine Seele berührt, in ihr kann man dem Numinosen begegnen. Würde die ungeheure Vielfalt des Lebens wie sie sich im Dschungel tagaus tagein exzessartig manifestiert, in mir ähnliche Empfindungen andächtigen Staunens hervorrufen? Das war die Frage, um die es bei dieser Reise durch Amazonien, dieses immer noch schwer zugängliche, fremdartige Land im Halbdunkel, ging. Und wie bei jeder erfolgreich abgeschlossenen Expedition gibt es darauf am Ende auch eine eindeutige Antwort.
Informationen
eBook: 33 Seiten
Erscheinungsdatum: 2013
Foto: Mark Globe (CC BY 2.0)
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